Die Deutschsprachige Debattierliga (DDL) ist der Zusammenschluss dezentral organisierter Debattierturniere im deutschsprachigen Raum zu einem gemeinsamen ganzjährigen Wettbewerb. Gewertet werden die Leistungen von Clubs, Rednern und Juroren.
Das Regelwerk der DDL findet sich hier, Kontaktaufnahme mit den Koordinatoren Leonardo Martinez und Sibylla Jenner ist jederzeit per E-Mail möglich.

Mittwoch, 16. Dezember 2015

Der natürliche Gang der Dinge


Der gemeine Debattierer durchlebt das Jahr über einen starken Wandel. Im Januar kriecht er mit kleinen Augen und vollem Bauch aus der familiären Höhle und erblickt so langsam aber sicher wieder Debattierlicht. Aber es ist kalt draußen, die Hirnzellen noch im Winterschlaf und die Leber noch nicht ausreichend trainiert, sodass er nach den ersten, meist frustrierenden Turnieren sich erst einmal wieder zurückzieht, seine Wunden leckt und sich erholt. Doch bald kommt der Frühling und mit ihm die Gefühle. Der Debattierer wird unruhig. Will raus, sich mit anderen messen und sein Revier markieren. Die Hirnzellen werden warm, die Leber größer und die Schmetterlinge im Bauch treiben ihn an. Mit dem Übergang zum Sommer kommt seine Höchstform. Jedes Wochenende misst er sich und nimmt jedes Turnier mit was er bekommen kann. Er braucht Futter. Doch mit den steigenden Temperaturen läuft sich auch der Debattierer etwas heiß. Die Leber beginnt Probleme zu machen, der Bauch ist vor lauter Pizza und Döner gewachsen und der Schweiß läuft immer schneller die Stirn hinunter. Gleichzeitig kommen dem Debattierer komische Gedanken: „Soll ich manchmal auch was mit anderen Leuten machen?“ „Muss ich nicht eigentlich mal lernen?“ „Warum stresst meine Freundin schon wieder rum?“. Von Gedanken und schlechtem Gewissen geplagt wird er ruhiger. Doch im Herbst merkt er, dass der Winter sich ankündigt und sein Hunger nach Debatten wird nochmals stärker. Das Fettpolster will sich angefressen sein. Aber Wenn dann die Adventskerzen eine nach der anderen angehen wird er träge. Er weiß, dass es bald wieder Zeit wird in die familiäre Höhle zu kriechen und sich zu erholen. Doch bevor dies geschieht, gibt es noch ein letztes Aufbäumen. Noch einmal in die Studienstadt Schillers bevor das Jahr vorbei ist.

Vom geschmückten Verkündungsraum empfangen, von selbstgebackenen Plätzchen gesättigt und von Glühwein beschwipst gerät er jedoch schnell in eine gemütliche Stimmung. Einzig die Themen reißen ihn zwischendurch aus der Comfort-Zone: Herausforderung, Bilder toter Menschen, Minderheitenschutz und Opferbereitschaft durchbrechen die Entspanntheit und sorgen dann doch für kompetitiven Wettstreit, Diskussionen und die bekannte Pöbelei.
Doch Pöbelei ist anstrengend und der Debattierer merkt dass ein ganzes Jahr voll langer Reisen, viel Alkohol und wenig Schlaf hinter ihm liegt und verkriecht sich deswegen schon frühzeitig in seinen Schlafsack.
Dieses mal nicht Bier, Wein und laute Musik. Dieses mal Träume voll Gemütlichkeit. Auf der Rückreise sind die Gedanken schon voll auf den familiären Bau gerichtet, wenn auch es seltene Artgenossen geben soll die sich noch vollends über die erworbenen Punkte freuen:

 

Göttingen sichert sich mit den erworbenen Punkten weiter den 1. Platz. Doch Münster springt mit dem Sieg in Jena auf Platz 2.. Außerdem rückt Leipzig mit ihrem 2. Platz in die Top 10 auf. Die letztjährigen Kämpfer um den Sieg Mainz und Tübingen fallen weiter zurück. 

Bei den Rednern bekommt Lennart Gesellschaft und muss sich das Podium nun mit Fabian teilen. Christoph und Jakobus nutzen Jena um auf Platz 3 und 4 vorzurücken. Mit Alexander, Jonathan, Julian und Frederick gibt es außerdem 4 neue Gesichter in den Top 20. Nur die Frauenquote ist nicht vorzeigbar. Unter den Top 20 hält nur Tanja noch die Fahne hoch.
Dies war ingesamt in Jena auch ein erkennbares Problem. Von 32 Teilnehmern waren nur 5 weiblich. Das muss in Paderborn wieder besser werden!

Montag, 7. Dezember 2015

Vom vollgefressenen Weihnachtsmann und betrunkenen Rentieren


„Puh, war das anstrengend“, stöhnt der Weihnachtsmann, schüttelt sich den Schnee aus dem Bart und lässt sich auf den großen Ohrensessel am Kamin fallen. Sofort kommen eifrige Wichtel angerannt, die ihm den leeren Sack abnehmen und ein Glühbier hinstellen. „Hay, warum hat Rudolph denn so eine rote Nase?“, ruft Dominik, der Stallwichtel, von draußen herein. Der Weihnachtsmann winkt ab: „Wie jedes Jahr, es gab kostenlosen Glühwein und er kennt seine Grenzen einfach nicht.“ Er klopft sich auf den runden Bauch und lacht, als eine Naht am Mantel gefährlich zu krachen beginnt: „Und genügend Lebkuchen und Kekse hatten sie auch.“ Ein besonders eifriger Wichtel hüpft auf die Knie des Weihnachtsmannes: „Waren wieder so viele liebe Kinder da?“ „Natürlich“, die Mütze wackelt, als der Weihnachtsmann kräftig nickt „und es werden immer mehr. Dieses Jahr habe ich gleich 72 Redner und 20 Juroren vermerkt.“ „Na super. Da müssen wir schon wieder Sonderstunden schieben“, stöhnt das Christkind, das gerade mit einem Stapel Geschenken in der Hand aus der Werkstatt kommt. „Jammer nicht. Den besonderen Schokonikolaus habe ich doch schon längst an alle verteilt“, der Weihnachtsmann lächelt gütig und klopft dem Christkind aufmunternd auf die Flügel. „Noch sechs Wochen, dann fliegen wir wieder in den Süden und machen Urlaub, meine Liebe. Und dieses Jahr wird es etwas ganz besonderes! In Paderborn waren wir nämlich noch nie.“ „Paderborn? Das sagt mir was…“, überlegt das Christkind laut, doch bevor es auf den richtigen Gedanken kommt, wird es von einem Wichtel unterbrochen. Er zieht eine kilometerlange Liste hinter sich her: „Hinter welchen Namen soll ich ein besonders brav vermerken?“ Der Weihnachtsmann nimmt einen tiefen Schluck Glühbier: „Elin Böttrich, Barbara Schunicht und Marc-André Schulz. Die haben wirklich ganz besondere Arbeit geleistet. 9 Themen für ein ganzes Wochenende, das ist wirklich eine Leistung. Bring ihnen dieses Jahr auf jeden Fall ein Geschenk mehr. Und vergiss nicht die Cheforganisatoren des Wochenendes. Denen kannst du gegen den Stress einen kleinen Schnaps einpacken.“ Das Christkind zieht entrüstet eine Augenbraue hoch: „Findest du nicht, dass du sie nicht auch noch zum Alkohol verführen musst?“ „Aber Liebes, so ein kleines Schnäpschen hat noch niemandem geschadet. Und sie haben ihn sich wirklich verdient. Apropos, wie geht es Rudolph?“ Von draußen kommt Dominik in die warme Stube und klopft sich den Schnee von der Hose: „Der ist schon fast wieder auf dem Damm. Muss sich nur mal ausschlafen. Aber er hat ein ganz verklebtes Fell, was habt ihr bloß getan?“ „Ooh“, der Weihnachtsmann leckt sich über die Lippen „das ist bestimmt Schokolade aus dem Schokofondue. Ich hab mir ein paar Bananen und den Topf mitgenommen, aber er ist solche Schlangenlinien geflogen, dass ein bisschen was davon verkleckert wurde.“ Das Christkind wirft einen bedeutsamen Blick auf seinen Bauch, der sich unter dem roten Mantel wölbt, doch bevor sie etwas sagen kann, hüpft ein Wichtel mit einem Brief in der Hand durch den Kamin. „Paul, ich habe dir schon zigmal gesagt, dass das gefährlich ist. Der Weihnachtsmann hat auch lange dafür geübt“, meckert ihn der Oberwichtel an. „Aber es war wichtig!“, verteidigt sich das kleine Männchen. „Ich habe hier einen Brief der DDL-Koordinatoren. Sie bitten den Weihnachtsmann um ganz viele kleine Geschenke. Sie wollen, dass er allen braven Debattierern Punkte zum Nikolaustag bringt.“ „Na, zeig doch mal her“, brummelnd überfliegt der Weihnachtsmann die lange Liste mit Namen und Punkten. „Da werden sich bestimmt einige sehr freuen. Aber beeilen müssen wir uns, der Nikolaustag ist ja schon heute. Paul, bring mir bitte diesen Kasten mit den Tasten, den sich alle erwachsenen Kinder wünschen.“ Der Kleine salutiert: „Den Computer? Kommt sofort!“ Und schon wuselt er in das Nebenzimmer, das vor lauter Akten und Notizen kaum noch als Büro identifizierbar ist. „Hier!“, eifrig streckt er dem Weihnachtsmann das Gerät hin. Der macht eine kleine Bewegung mit der Hand und auf dem Bildschirm erscheint eine neue, ganz aktualisierte Form der DDL-Tabelle. „Lasst uns doch mal schauen, welcher Club die fleißigsten Redner stellt“, sagt der Weihnachtsmann, setzt sich seine Lesebrille auf und scrollt nach oben: „Schade, dass man nur einmal Punkte verteilen darf. Andernfalls hätten die Hamburger diese Woche satte 18 Punkte auf ihrem Konto verbuchen können. So sind sie mit den übrigen 12 aber immer noch auf Platz 10 gesprungen. Das größte Geschenk haben sich aber die fleißigen Göttinger gemacht. Gegen die Rederei, die trotz dreier Teams nur die Rute mitnehmen konnten, haben sie sich auf den ersten Platz zurück gekämpft. Stetig dabei und jetzt auch belohnt wurden die Mainzer, die sich mit 7 gestellten Teams diese Saison nicht nur als fleißig, sondern auch als effizient gezeigt haben.“ Kurz stutzt der Weihnachtsmann: „Habe ich mich etwa verrechnet? Hier steht, dass es 37 angetretene Teams gab.“ „Du wirst auf deine alten Tage noch ganz schusselig“, das Christkind schüttelt den Kopf „MixedTeams werden doppelt gezählt.“ „Die neue Technik war noch nie meine Stärke“, nuschelt der Weihnachtsmann in seinen Bart.



Mit einem Doppelten ToT schafft Iserlohn den Sprung in die Top10

Der eifrige kleine Wichtel klettert auf seinen Schoß und schaut neugierig auf den flackernden Bildschirm: „Meinst du, die Menschen freuen sich über die ganzen Punkte?“ „Aber natürlich“, nickt der Weihnachtsmann „am Ende können die besonders Braven und Fleißigen sich über einen hübschen Pokal freuen, den die DDL-Wichtel für sie bereit halten. Und schau, da, Lennart Lokstein war zweimal gut und ist damit auf dem besten Wege den ersten Platz zu sichern. Was mich aber besonders freut, ist, dass inzwischen über 100, beinahe 150 Menschen den Weg zum Turnierdebattieren gefunden haben. Der Hälfte davon wurden sogar schon Punktegeschenke gemacht. Wenn das nicht eine faire Welt ist, nicht wahr?“ Das Christkind blickt ihm skeptisch über die Schulter: „Naja, fair ist leicht gesagt. Ich finde nur 30 Frauen, das ist gerade mal jeder Fünfte Debattierer. Gut kann man das nicht nennen.“ Betrübt schüttelt der Weihnachtsmann den Kopf und wischt ein wenig Glitzerstaub vom Heiligenschein des Christkinds: „Ich weiß auch nicht, was wir da machen sollen. Unter den Top10 gibt es keine Einzige, in den Top20 auch nur Eine. Hat jemand eine Idee?“ Hoffnungsvoll blickt der Weihnachtsmann seine Wichtel an.

 Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen: Jakobus Jaspersen schafft es mit 3 Teilnahmen in die Top20