Die Deutschsprachige Debattierliga (DDL) ist der Zusammenschluss dezentral organisierter Debattierturniere im deutschsprachigen Raum zu einem gemeinsamen ganzjährigen Wettbewerb. Gewertet werden die Leistungen von Clubs, Rednern und Juroren.
Das Regelwerk der DDL findet sich hier, Kontaktaufnahme mit den Koordinatoren Leonardo Martinez und Sibylla Jenner ist jederzeit per E-Mail möglich.

Dienstag, 24. November 2015

Freiburg bringt die Nostalgie zurück

Sie sind echt ein ultraheißes Team, wenn sie gegen Angst und Schrecken zieh'n - siehts für dich mal finster aus, die Turtle Jungs holen dich da raus!, hallt es durch den Raum. Auf der Tanzfläche hüpfen Chip und Chap herum und an der Bar lassen sich Hanni und Nanni Drinks von Jim Knopf ausgeben. Die Party geht ab, alle wirken wie verrückt, Hein Blöd, Käpt'n Blaubär und die Anderen sind entzückt. Es ist ein ganzer Raum voller Kinderhelden! Was klingt wie der Traum eines junggebliebenen Erwachsenen, machten die Freiburger für alle die wahr, die den Weg über Stock und über Stein oder durch viel Tunnels und Geleisen mit Eisenbahnverkehr auf sich genommen hatten. Mit zugelosten Charakteren und Partnern für den Abend, die automatisch ein Freigetränk bedeuteten, haben sich die Schwarzwaldcupler in die Herzen der Debattierer organisiert. Als Superhelden bei Tageslicht sorgten die Chefjuroren Allison Jones, Alexander Labinsky und Marion Seiche für wunderbare Themen – frei nach dem Motto: Hier gibts für jeden was, Spannung und so viel Spaß, Frohsinn und Freude und mehr. So konnte jeder fröhlich, so fröhlich nach einem Wochenende voller Reden nach Hause fahren, wo schon die ersten Weihnachtsmärkte, Glühweintreuekarten und Lebkuchenherzen warten. Wo normale Menschen an Geschenke kaufen, Weihnachtsbaum schmücken und Wollmützen anziehen denken, denken wir Debattierer jedoch nur: In einem unbekannten Land in gar nicht all' zu langer Zeit ist ein Turnier schon sehr bekannt; Von dem sprach alles weit und breit. Sucht einen Anfänger oder einen Profi für euer Team: das alljährliche Nikolausturnier steht vor der Tür!


Für das Erraten der Lieder am Partyabend des Schwarzwaldcups (oder jetzt, in diesem Text) konnten zwar keine Punkte verteilt werden – dafür freuen sich jedoch ganz andere. Unter anderem eine DDL-Koordinatorin, die ihren Club mit einer Punktespritze nach vorne setzen konnte. Göttingen musste sich von seinem ersten Platz auf den Dritten verdrängen lassen und auch weiter hinten wurde kräftig durchgemischt. Aachen, Tübingen und die BDU können sich noch nicht ganz entschieden, wer das Rennen am Ende machen wird, aber ihnen kommen 2 neue Konkurrenten in die Quere. Applaus, Applaus, Applaus für zwei neue Gesichter auf der DDL-Bühne: Saarbrücken und Kiel machen sich gut in der Reihe der Auserwählten. Es gibt also nur Gründe zur Freude. Schon deswegen, weil bei 12 Teams an 13 Clubs Punkte verschüttet wurden.


Gleich zwei Neueinsteiger schaffen es in die Top10


Und die Redner? Die kuscheln munter weiter und setzen den Trend der letzten Wochen fort. Auf Platz 1 haben wir nun gleich drei Redner. Beachtenswert: bis einschließlich Platz 30 finden sich nur zwei Redner mit mehr als einem Start. Julius Steen und Jakobus Jaspersen aus der Rederei Heidelberg standen zwei Wochen am Rednerpult, während alle anderen Gesichter bisher nur einmal das Wort an die Juroren richteten. Das führt nicht nur zu sehr vielen Rednern mit Punkten (57!), sondern wie auch letzte Woche zu vielen Rednern mit identischer Punktzahl. Top-Ten-Rednerclub ist momentan die BDU mit 3 Leuten. Doppelt verwunderlich: auf drei Turnieren starteten sie nur auf einem. Trotzdem ist auch die Anzahl der gesendeten Teams mit 8 gleich 8mal so hoch wie bei den meisten anderen Clubs. Wollen wir doch mal sehen, wie lang diese Ein-Turnier-Politik durchhält.  


Der ehrgeizige Titelkampf ist noch nicht eröffnet: Plätze werden noch fair geteilt!

Sonntag, 22. November 2015

Punky Potsdam



Fast wirkt es wie ein Berliner Klassentreffen: am Wochenende traten 16 Teams in Potsdam gegeneinander an, von denen gleich 9 den kurzen Weg aus der deutschen Hauptstadt auf sich nahmen. Ähnlich war dann auch die Verteilung im Finale: 3 Teams mit Berliner Background gegen die einsam kämpfenden „Hoffnungsträger“ aus Göttingen. Lediglich 6,5 (Mixed-Team!) andere Clubs waren auf dem Turnier zu treffen. Doch nicht nur berlinerisch, auch ordentlich punkig ging es am Wochenende zu. Einer der Chefjuroren wurde als Bewohner einer „Punk-Wohnung“ entlarvt und die Hausparty zu Ende des Turniers fand direkt neben ehemaligen Hausbesitzern statt. Passend dazu wurden auch die Themen der drei Chefjuroren Philip Schröder, Christina Dexel und Moritz Kirchner als „ganz großes Kino und besonders punkig“ angekündigt. Die DDL-Koordinatoren sind nach diesem Wochenende in der Stimmung für Irokesen und besondere Haarfarben!
Ganz euphorisch können wir ein Lob an das DDL-Land schicken. Nicht nur gab es beinahe eine 50-50-Verteilung zwischen Männern und Frauen im Finale (3 zu 5), es konnte sich das reine Frauenteam auch noch durchsetzen. Wir haben Hoffnung, dass sich dieser Trend fortsetzt! Vielleicht knacken wir die 30%-Marke diese Saison ja doch noch. Aber des Lobes nicht genug: nach einer quasi nicht vorhandenen Jurorenmentalität in Mainz gab es dieses Wochenende nichts zu bemängeln. Räume mit 3 bis 4 Juroren sind das, was wir uns wünschen!

Schauen wir auf die Tabelle und sehen, ob sich die Berliner mit diesem Turnier entsprechend stark klassifizieren können.
Ganz vorne sehen wir neue Gesichter: die Göttinger setzen sich auf den von Mainz angewärmten Platz. Sicher ein gutes Gefühl da vorne, wir erwarten anhaltend gute Leistungen aus der Mitte von Deutschland. Sie setzen sich nicht nur an die Spitze, sie machen gleichzeitig den größten Sprung der Woche.  Gemeinsam mit Marburg und der DU Dresden, beide neu in der Tabelle, hüpfen sie um 8 Plätze voran. Direkt dahinter tummeln sich Tübingen und die BDU auf dem zweiten Platz, die trotz vieler Teams natürlich „nur“ die Gewinnerpunkte mitnehmen können. Es ist die Woche der doppelten Platzbelegung: Tübingen gegen die BDU, die Rederei gegen Mainz und Hamburg gegen Kaiserslautern. Wollen wir doch mal sehen, ob sich nach dem Schwarzwaldcup Neues ergibt.

12 Clubs konnten schon Punkte erreichen



Zwei Turniere, zwei Leute an der Spitze. Da Lennart und Fabian beide auf jeweils einem Turnier geredet und jeweils den ersten Platz belegen konnten, haben wir momentan eine Doppelspitze. Auch dahinter: traute Zweisamkeit. Nicolas und Jonas teilen sich nicht nur Club, sondern auch Platz 3. Richtig kuschelig wird es jedoch auf Platz fünf. Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet die BDU, Göttingen und Tübingen das Bett…pardon, die Punktehöhe teilen. Unsere Tabelle sagt allerdings nicht nur aus, dass alle gleich gut sind – sie sagt auch, dass wir besonders viele unterschiedliche Redner in der DDL begrüßen dürfen. Das freut uns besonders! Wiederholungstäter und frische Gesichter: man kann sich gar nicht entscheiden, worüber man glücklicher ist. Fest steht aber, dass mehr immer besser ist. Daher weiter so, weiter so, weiter so! Vielleicht sieht man sich ja bald in Freiburg.
Es wird gekuschelt in der kalten Jahreszeit!


Sonntag, 8. November 2015

Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen (Ludwig Wittgenstein)

Mainz vereinte dieses Wochenende die Extreme unter sich: kommen wir zunächst zu den Minimalextremen. Von insgesamt 12 Teams (davon 104,66 Nicht-Mainzer-Clubs) brachten gerade einmal 4 Clubs überhaupt einen Juror mit. Das ist erschreckend, traurig und nicht der beste Start in die Saison. Bei 3 von 4 Mainzjurierten Räumen kann man froh sein, dass dies nicht einem der kleineren Clubs passiert ist. Außerdem: die Frauenquote sollte besser, nicht schlechter werden. Nur 5 von 36 Debattanten ließen sich dem weiblichen Geschlecht zuordnen! Am Humor kann und darf es ja wohl nicht liegen.
Ungewöhnlich und weder nachahmenswert noch legitim war die „Göttinger General Opposition“ aus 3 freien Rednern im Finale.
Abe es gibt natürlich auch das Unfassbar-Positiv-Extrem und das liegt ganz eindeutig an den Mainzern! Der Autor hält sich für befangen, aber die Mitkoordinatoren haben erlaubt zu sagen: die Themen waren wunderbar witzig! Und dank der organisierte Orga, konnten einige Veteranen noch große Überraschungen erleben: Die Teilnehmerverpflegung wurde weg von der klassischen Pizza hin zu Couscous und Humus aufgebessert. Auf derart hohem Niveau war natürlich die Partie direkt am Veranstaltungsort am Samstag.
Im Finale standen mit Thore Wojke in der Regierung, Jonas Geisel und Matthias Morrkopf in der Opposition 3 Redner aus dem letzen Jahr auf der gleichen Position. Robert Epple wechselte von der Regierung zu den freien Rednern und Lennart Lokstein sprang von der Jurorenbank in die Regierung. Am Ende setzten sich die Tübinger gegen die letztjährigen Sieger durch und Christoph Sass gewann den Preis für die Beste Finalrede, inder er Lennart zwar lobte, aber alle Argumente der Motion entsprechend mit „Deine Mutter“ rebuttalte.
9 Clubs konnten schon Punkte holen
Die Clubtabelle ist noch nicht sehr aussagekräftig, da der Letztjahressieger Mainz diesmal Veranstalter war. Nur bei den Rednern geht das letzte Jahr einfach weiter. Oben steht der insgesamtbeste Lennart Lokstein direkt vor dem deutschen Meister Nicolas Eberle und dem Turnierbesten des letzen Jahres Thore Wojke. Immerhin können wir nach dem Liganeustart auch einige neue Gesichter in der Tabelle finden. Wir sind gespannt wer sich Ende der Hinrunde (Status Quo nach Paderborn) in den Top 20 halten kann.



Nichts Neues im Westen