Die Deutschsprachige Debattierliga (DDL) ist der Zusammenschluss dezentral organisierter Debattierturniere im deutschsprachigen Raum zu einem gemeinsamen ganzjährigen Wettbewerb. Gewertet werden die Leistungen von Clubs, Rednern und Juroren.
Das Regelwerk der DDL findet sich hier, Kontaktaufnahme mit den Koordinatoren Leonardo Martinez und Sibylla Jenner ist jederzeit per E-Mail möglich.

Dienstag, 11. August 2015

Schon vorm Bodden mental im Urlaub?

Ja, es war Boddencup. Und ja es gab Punkte. Und ja, die Saison ist vorbei. Und ja, der Blogpost kommt verspätet. Doch wann wenn nicht nach einer solchen Saison darf ein Berichterstatter erschöpft sein? Wir hatten großartige 14 großartige Turniere! Das waren 3 mehr als letztes Jahr und Ausrufezeichen für die Diversität in der (diesmal leider nur) deutschen Clublandschaft. Aber zurück zum letzten Turnier der Saison! Was erwartete uns? Trotz der vielen vorherigen Turniere hatten die drei Chefjuroren, Tobias Kube, Franziska Städter und Philip Schröder noch frische Themenideen. Gewohnt hochwertig war der Greifswalder Verpflegungsapparat. Was ist besser als ein Warmhaltebox voller Gegrilltem und Mülltonnen voll mit Salat direkt nach Ende der letzten Runde? Auch schön war, dass das Wetter es trotz Sturm am Morgen am Abend ein Boddenbad zulies. Diesmal sogar ohne Mücken! Das zu viele Turnier zu Kopf steigen, zeigte sich daran, dass einige Spaßvögel voll Übermut an Ort und Stelle einen Debattierclub gründeten.

Nein, hier ändert sich nichts mehr
Dass irgendwann Turniermüdigkeit einsetzt, zeigt Mainz, die nach der deutschen Meisterschaft nicht mehr den absoluten Siegerwillen hatten und kein Team nach Greifswald schickten. Aber Greifswald verhielt sich wie die ungefähr Zeitgleich stattfindende Finaletappe der Tour de France und ein richtiger Angriff wurde nicht mehr gefahren. Die Tübinger hätten nur einen Finaleinzug benötigt, entschieden sich aber für Anfängerförderung. Auch die Möglichkeit über einen Mixedteam Sieg der Tübinger oder einen Einzelsieg für Münster zumindest gleich auf mit Mainz zu landen, verhinderte eine Berliner Mauer aus 4 Teams der BDU im Finale. Und nach dem Vergleich mit dem Rad- nun  einer mit dem Fußsport: Wie der DFB-Pokal hat der Boddencup seine ganz eigenen Regeln. Hinter den Sieger-20 Punkten gibt es zweimal 4,5 für Aachen und Potsdam und einmal 5 für Münster.


Wer aufgepasst hat wird sich fragen, wie kam der Pokal nach Mainz? Wir hatten das Glück, dass Saskia Höfer ohne ihren Club als Jurorin angereist war und den Pokal mitnehmen konnte. Zurecht wie wir finden, da sie zusamenn mit Alexander Labinsky den einzigen rein Mainzer Turniersieg holte.

Dabei fällt auf: Kein Club hat zweimal ein Turnier gewonnen. 8 Clubs und 5 Mixed Teams gewannen.

Nein, die vom letzten Jahr sah anders aus


In den Top sechs der Tabelle hat sich zwar nichts mehr geändert, aber immerhin haben sich mit Franziska Frese und Pegah Maham noch zwei Frauen in die Top 20 gesprochen. Platz 1 der Rednerliste hat diesmal Konrad Gütschow, der Vorjahres-Zweite inne, während der Sieger der letzten Saison, Lennart Lokstein, auf Platz zwei der Tabelle landete. Die beiden versprachen, nachdem sie sie vergessen (oder geplant?) hatten,  die Wandermedaillen in Tübingen auszutauschen. Auf Platz 3 landete Christian Strunck als Erster einer ganzen Reihe starker MainzerInnen (4/5 in den Top 10/20).  Wenn wir schon beim gendern sind: Insgesamt haben wir eine Frauenquote von 27% auf Turnieren und 10/25% in den Top 10/20. Meine (wenigen) Damen und (vielen) Herren, das ist leider zuwenig.

Zuletzt vergeben wir noch einige Fleißsternchen und nominelle Preise:

- Die Goldene Socke für die Meisten Turnierteilnahmen geht an Erik Thierolf mit beängstigenden 11 (elf  !!!11einseinself), den wir auf dem Boddencup zu unrecht durch anonyme Tabs und Redaktionsfehler unterrepräsentiert hatten.

- Der Amazonenclub der Saison sind Frankfurth und Heidelberg Debating mit einer Frauenquote von 63%
- größtes Turnier: Münster mit 72 Teilnehmern

- meisten Redner in den Top 20: Mainz mit 5

- meiste Redner: BDU und Münster mit jeweils 29 verschiedenen Menschen
- meiste Bepunkte Redner: BDU mit 20 Bepunkteten.

Zuletzt noch ein paar persönliche Worte von Philipp:
1) Liebe Bonner, es tut mir schrecklich leid, dass ich euch keinen Text geschrieben habe. Ihr hattet ein wunderbares Turnier, mit allem was man als Debattierer braucht. Inclusive einer mega Party und billigem Alkohol!

2) Liebes VDCH-Land, es tut mir leid dass ich so oft die Artikel, die ich schreiben sollte, verschleppt habe. Einige von euch haben aber immer wieder interessiert nachgehakt und mir geholfen meine Trägheit zu überwinden.

3) Liebes FDL-Koordinatorenkollegium, es war mir eine Freude mit euch zusammen zu arbeiten.

4) Liebe zukünftige Koordinatoren (insb. aber nicht begrenzt auf Felix und Sabrina), ich zähle drauf, dass ihr mein Niveau haltet, aber schneller abliefert.

5) Mal sehen was die Zukunft bringt. Ich erwarte gespannt welchen Namen mein Hintergrundpöstchen bekommt.

Ganz zuletzt will sich auch Sabrina noch zu Wort melden:
1) So gern ich es versprechen würde, liebe FDL-Clubs, es wird bestimmt wieder ein paar Schubser brauchen, damit alle Artikel zeitnah kommen. Aber wir versprechen, dass wir uns größte Mühe geben werden. Wer weiß, vielleicht ist "auf die Füße-Treten und Druckmachen" Philipps nächste Bestimmung!

2) Lieber Philipp! Ich bin wohl nicht die Einzige, die dich an der vordersten Front der FDL vermissen wird. Wenn jemand den FDL-Geist verinnerlicht hat, dann bist du das und du hast ihn so etabliert, dass bestimmt nicht verloren geht. Es hat bis zum letzten Post gebraucht, aber inzwischen konntest du sogar mir beibringen, wie man eine Exceltabelle richtig liest. Ohne dich wäre die FDL vermutlich nicht so gewachsen und sie ist in den letzten Jahren ziemlich gewachsen. Ich bin sehr froh, dass du uns als Hintergrundmann weiterhin erhalten bleibst!

Samstag, 1. August 2015

Die Debateland-Chroniken Teil 1: Die FDL und ihre Waffen

Es war einmal in Debateland, da gab es ein paar verrückte Menschen, die entschlossen sich, den lieben langen Tag nur zu reden. Und weil sie nicht alleine waren mit ihrer Leidenschaft, wurden sie bald mehr und mehr und überall tauchten neue Redner wie Pilze aus dem Boden auf. Aber umso mehr sie wurden, umso aufmerksamer wurden die Monster der Zivilisation: das Geld und die Bürokratie. Um ihnen gerecht zu werden, gründete man einen gemeinsamen Verein, den VDCH. Das Wachstum war nicht mehr aufzuhalten und man gewöhnte sich langsam sogar daran, mit den Monstern Geschäfte zu machen. Luxus gegen Geld, Bürokratie gegen Legalität. Und so wünschten sich einige einen Ort, an dem die Monster nicht mitsprachen und stattdessen die Freiheit regierte; an dem man Partys feiern, bunte Themen diskutieren und ein jeder mitregieren konnte. Ein solcher Ort wurde gefunden und FDL genannt. Aber da auch hieran immer mehr Menschen Gefallen fanden, konnten sich die Monster Geld und Bürokratie langsam mit einschleichen. Sie klopften nicht an die Tür, sie waren einfach plötzlich da. Und es dauerte gar nicht lange, da wurde man sie nicht mehr gänzlich los. Also suchte man sich einen großen Bruder und fand ihn im VDCH. Von da an wurde die FDL geschützt, unterstützt und angehört.
Doch wie kleine Brüder so sind, lassen sie sich ungern reinquatschen - und selbst wenn sich der große Bruder nicht einmischt, fühlen sie sich doch immer beobachtet.

Liebe FDL-Clubs,
nicht nur in Debateland muss man sich manchmal einen großen Bruder suchen. Auch wir haben das vor einigen Jahren getan und uns dem VDCH angeschlossen. Seitdem sehen manche unsere Selbstbestimmung und Freiheit bedroht. Dagegen haben wir jedoch einige Waffen, die wir jederzeit einsetzen können.
Da sind zum Einen unsere gewählten Koordinatoren. In Debateland wären sie so etwas wie die Stadtverwalter, im realen Leben sind sie insbesondere Ansprechpartner. Wann immer ihr ein Anliegen, Problem, Beschwerde, Wunsch oder etwas anderes auf dem Herzen habt, sind wir für euch erreichbar. Unsere Aufgabe ist dabei nicht, Regelungen für euch zu treffen oder Änderungen zu übernehmen, sondern eure Ideen umzusetzen. Wir sind so etwas wie die Hüter der Prinzipien der FDL: die Freiheit, alles zu tun und die Möglichkeit für jeden, überall teilzunehmen. Dabei versuchen wir natürlich, eure Meinungen weiterzuleiten und die Liga so zu gestalten, dass ihr euch darin wohlfühlt.
Aber ihr könnt auch selbst etwas tun. Wenn euch eine Änderung, beispielsweise auf der VDCH-MV, nicht gefällt, dann habt ihr ein Veto-Recht. Wie funktioniert das? Jeder, der in der letzten Saison ein Turnier ausgerichtet oder daran teilgenommen hat, ist automatisch ein Club der Liga. Auf der MV werden dieses Jahr über verschiedene Änderungen in der FDL abgestimmt. Anschließend werdet ihr zu einer weiteren Abstimmung aufgerufen: dafür oder dagegen. Erst, wenn auch die Mehrheit der FDL-Clubs für die Änderung stimmt, tritt sie in Kraft. Das bedeutet, dass der VDCH nichts bestimmen kann, was wir nicht wollen.
Wir heißen zwar Liga, wir haben Koordinatoren und wir gehören irgendwie dem VDCH an - aber letztendlich bestimmt jeder einzelne Club mit, wie unsere Zukunft aussieht. Mit dem Veto-Recht ausgestattet, ist es unmöglich, uns unsere Freiheit als demokratische Liga nehmen zu wollen. Wir müssen nur anerkennen, dass das Monster Geld (und damit der Wunsch nach Sponsoren) bereits in uns steckt und wir unsere Freiheit, jeden auf jedes Turnier zu lassen, nicht zwingend für andere Ideen aufgeben dürfen.