Die Deutschsprachige Debattierliga (DDL) ist der Zusammenschluss dezentral organisierter Debattierturniere im deutschsprachigen Raum zu einem gemeinsamen ganzjährigen Wettbewerb. Gewertet werden die Leistungen von Clubs, Rednern und Juroren.
Das Regelwerk der DDL findet sich hier, Kontaktaufnahme mit den Koordinatoren Leonardo Martinez und Sibylla Jenner ist jederzeit per E-Mail möglich.

Sonntag, 14. August 2016

Das war...die Saison



Und schon ist es wieder vorbei. Von Oktober bis Juli sind Menschen aus ganz Deutschland (und Umgebung) nach ganz Deutschland (und Umgebung) gefahren, um Punkte für ihre Clubs  und ihren Platz in der Rednertabelle zu sammeln. Nicht ganz so viele Turniere wie letztes Jahr, dafür mit einer runden Zahl zum Ende: 10 an der Zahl waren es und sie waren über ganz Deutschland verteilt. Gewonnen hat am Ende Göttingen. Keine Überraschung, das zeichnete sich ja schon sehr früh ab.




  Seit dem vierten Turnier befanden sie sich kontinuierlich und kaum gestört an der Spitze der DDL. Mainz hüpfte kurz näher an sie heran, aber den komfortablen Abstand von mindestens 15 Punkten konnte auch der DCJG nicht mehr aufholen. Am Ende waren es sogar 35 Punkte, die die Göttinger sich ergattern konnten. Ansonsten sehen die Kurven der Clubs wie ein modernes Gemälde aus: verschlungene bunte Pinselstriche, denen kaum einer eine Aussage abgewinnen kann. Wir können! Denn so viel bunt auf einem Haufen zeigt doch nur, dass die Clubs der DDL sich einen harten Wettkampf liefern und auf einem ähnlichen Niveau sind. Abgesehen vom Bayern München der diesjährigen Saison kann man da von einem richtigen Battle um das Protest sprechen.




Das zeigt sich auch in der Menge der teilgenommenen Teams und Clubs. Letztes Jahr waren es 44 Clubs und 646 Teams (Achtung! Mixed-Teams werden doppelt bis dreifach gezählt!). Allerdings, das soll hier nochmal gesagt sein, hatten wir da auch vier Turniere mehr in der Wertung. Dieses Jahr fehlten uns schmerzlich der Bodden-Cup und das Meer. Einige DDL-Koordinatoren trauern diesem Urlaubswochenende ganz besonders hinterher. Aber zurück zum DDL-Land. Das ist trotz weniger Turniere sogar noch gewachsen: ein Club mehr (das Internat Schloss Hansenberg) erhöht die Anzahl der DDL-Clubs auf 45. Dafür hat sich die Teamzahl auf 498 reduziert. Tja, ganz lässt sich die Verschlankung des Turnierkalenders eben doch nicht wegreden. Hoffen wir, dass es nächstes Jahr wieder mehr fleißige Turnierbienchen geben wird.

Soooo viele Punkte!


Kommen wir damit zum Dauerbrennerthema diesen Jahres: den Frauen. Mann, wo seid ihr bloß alle? Aber bevor wir schon wieder meckern, erstmal ein großes Lob an Frankfurt: 50% ihrer Teilnehmer waren weiblich! Gut, es waren auch nur zwei. Applaudieren wir also den Mainzern mit einer 40%-Quote bei 20 verschiedenen Teilnehmern. Was nach vielen Startern klingt, wird jedoch noch von Münster (25) und der BDU (29) getopped. Letztere profitierten vor allem von dem Potsdamer Turnier vor ihrer Haustür. Wir wollen hier kein public shaming betreiben, deswegen verzichten wir auf den imaginären Tortenwurf auf alle Clubs, die gar keine Frauen geschickt haben. Noch gibt es ja niemanden, der dafür gute Gründe nennen konnte. Begeben wir uns deswegen mal auf Motivationssuche bei denen, die das ja wissen müssen: den Frauen in der DDL-Tabelle. In den Top20 finden wir nur eine Einzige und die war in ihrer Funktion als DDL-Koordinatorin eben viel unterwegs. Fangen wir grob an: insgesamt haben wir 97 Frauen unter den 362 Rednern. Das macht einen Schnitt von 26,9%. Auch wenn wir uns die einzelnen Turniere anschauen, kommt dieser Trend hin. In Heidelberg hatten wir glatte 30%, in Mainz dagegen nur 13% Frauenanteil. Ähnlich niedrig war der Wert in Freiburg, obwohl das Turnier eher mit einer Frauenorga assoziiert wird (O-Ton Alt-Koordinator). Wenn es nun nicht die Assoziierungen sind, vielleicht sind Frauen dann einfach ein wenig fauler? Aber auch nach Erreichbarkeit aufgeschlüsselt, lässt sich kein sinnvolles Bild ableiten. Wir haben uns vieles angeschaut: Erreichbarkeit, Feature und Etabliertheit, aber noch sind wir der Sache nicht auf die Spur gekommen.
Aber zurück zu unserem Jahr. Insgesamt…nun, sind wir alle sehr weit gefahren. Die weiteste Strecke aber haben wohl die Hamburger zurückgelegt, die aus dem hohen Norden bis nach Heidelberg gekommen sind. Fleißig waren sie zwar auch, aber Göttingen, Mainz, Münster und die Rederei sind das letzte Jahr noch ein bisschen mehr gereist. Die Top-Quote hat keiner, aber diese vier haben nur ein Turnier ausgelassen. Auch die Goldene Socke geht an einen Menschen aus diesen Clubs: Jakobus Jaspersen aus der Rederei ist dieses Jahr auf schlappe neun Turniere gefahren und hat sich damit die Goldene Socke wohlverdient. Als effizientesten Redner können wir wohl Nicolas Eberle krönen, der mit nur zwei Turnieren die Top10 erreichen konnte.
Wenn wir schon mal bei den Rednern sind: was gibt es denn da noch Schönes zu sagen? Vor allem, dass wir viele sind. Und wir sind überall verteilt. In den Top10-Rednern finden sich sieben unterschiedliche Clubs, in den Top20 sogar schon elf. Die Übermacht der Tübinger und Mainzer (und der zwei tapfer überlebenden Redereiler) aus dem letzten Jahr ist somit durchbrochen. Die Punkte wurden ebenso bunter verteilt. Nur Christoph konnte zweimal die 30 Punkte holen; ansonsten konnten sich 7 weitere Redner über einen Top-of-the-Tab-Platz freuen und so die DDL am Ende noch ein bisschen spannender machen.
Zuletzt noch etwas in eigener (sabrinischer) Sache. Ich hatte zwei schöne Jahre in der DDL. Ich finde, sie hat sich sehr gut entwickelt. Zwar gab es in diesem Jahr weniger Turniere, aber die waren gut besucht und in der nächsten Saison sind schon die ersten Slots vergeben. Außerdem wurde es wieder ein bisschen lebhafter (mir wurde geflüstert, dass die DDL nach heftig umkämpften Jahren ein wenig eingeschlafen sei). Es ist schön zu sehen, wie viele Menschen sich Gedanken um die Zukunft der DDL machen und sich über Anträge oder Mails einbringen wollen. Ein bisschen tut es schon weh, die DDL jetzt in die Obhut anderer zu übergeben. Es war eine sehr schöne Zeit, in der ich viele Leute und vor allem viele Excel-Befehle kennen gelernt habe ;) Was das angeht, konnte ich definitiv nicht in Philipps Fußstapfen treten, aber ich hoffe, dass ich alles zu seiner und eurer Zufriedenheit gemanaged habe. Darum ging es ja schließlich: eine Liga für uns alle zu schaffen.
Den neuen Koordinatoren wünsche ich genauso viel Spaß und hoffe, dass sie mit der gleichen Begeisterung an die Sache herangehen können.
Tschüss, liebe Saison!