Die Deutschsprachige Debattierliga (DDL) ist der Zusammenschluss dezentral organisierter Debattierturniere im deutschsprachigen Raum zu einem gemeinsamen ganzjährigen Wettbewerb. Gewertet werden die Leistungen von Clubs, Rednern und Juroren.
Das Regelwerk der DDL findet sich hier, Kontaktaufnahme mit den Koordinatoren Mareike Steiner und Justus Raimann ist jederzeit per E-Mail möglich.

Donnerstag, 7. März 2019

Streit? Kultur? Cup!

 (Vor allem) Constanze Keck und (ein bisschen) Justus Raimann über den SK-Cup 2019

Nach der ersten Campusdebatte und den Herbstdebatten im November ging es für die Tübinger Streitkultur nach einer kurzen Verschnaufpause über die Weihnachtszeit gleich weiter mit der Turnierorganisation.
Am Wochenende des 19./20. Januars fand der Streitkultur-Cup statt, der ein besonderes Alleinstellungsmerkmal mit sich bringt. Notizen sind hier nicht erlaubt und da keine Blätter vorne arrangiert werden müssen, kann daher auch gleich noch auf das Rednerpult verzichtet werden. Einerseits eine spannende Herausforderung, andererseits ein besonderes Vergnügen, das sich 18 Teams nicht nehmen ließen. Und so begaben sich die Redner am Samstagmorgen in den Brechtbau, dem wohl leider tristesten Gebäude, das die ansonsten so schöne Stadt zu bieten hat.
Ist Gewalt in Ländern mit massiver Frauendiskriminierung ein legitimes Mittel der feministischen Bewegung? Die erste Motion brachte auch den letzten müden Kopf auf Betriebstemperatur. Nach der Warmlaufrunde ging es im doppelten Sinne sportlich weiter. Die zweite Vorrunde beschäftigte sich mit der kurzzeitigen Leistungssteigerung der Motoren beim Formula E Rennsport, die durch einen Fanboost bei auserwählten Fahrern möglich ist. Nach dieser Vorrunde, die in manchen Reden nur so von Mario Kart Vergleichen strotzte, zog mit der letzten Vorrunde der Ernst wieder ein. Es galt, für oder gegen die schmerzlose Eliminierung einer zufälligen Hälfte der Weltbevölkerung zu argumentieren. Harte Kost für den frühen Abend, die das Potential für emotionalen Tiefgang hatte.

Damit aber niemandem zu schwer zu Mute werden konnte, ging es danach ins Schlosscafé zum Abendessen, um sich den erheiternden Seiten des Lebens zu widmen: genug Essen und noch mehr Bier in gemütlicher Atmosphäre. Alternativ sind Cocktails natürlich auch in Ordnung.
Am nächsten Morgen standen die Halbfinals auf dem Plan, die sich wieder politischeren Motiven zuwandten. Ob Deutschland Volksentscheide auf Bundesebene einführen sollte entschied über den Finalbreak. Im Finale standen sich Chaos Klothos Lachesis aus Tübingen/Stuttgart und Cadavre Exquis aus Heidelberg gegenüber. Auch hier blieb es politisch, dieses Mal allerdings mit Fokus auf die USA. Der zu diesem Zeitpunkt noch anhaltende Shutdown der USA wurde aufgegriffen und die Frage debattiert, ob die Demokraten im Mauerstreit einlenken sollten. Diese Debatte und somit den Streitkultur-Cup konnte das Team aus Tübingen/Stuttgart für sich entscheiden, der Publikumspreis für die beste Rede ging an Christoph Saß aus Münster.



Auch wenn wir uns die sportliche Seite des Streitkultur-Cups ansehen, bleiben wir bei Christoph Saß. Er führt mit mittlerweile 90 Punkten unangefochten bei den Einzelrednern. Weit hinter ihm finden sich Samuel Scheuer, Anton Leicht und Sven Jentzsch. Sollte Christoph in dieser Form bleiben, scheint ihm der Preis als bester Einzelredner fast schon sicher.



Bei den Clubs sieht das ganze deutlich spannender aus. Tübingen hat durch anteilige Siege den Abstand zu Münster geschlossen, und die beiden Clubs teilen sich nun den ersten Platz. Der Abstand zum dritten Platz, der Rederei, ist mit 22 Punkten doch recht beachtlich. Andererseits ist das nichts, was ein Turniersieg nicht überbrücken könnte. Die Rederei konnte insgesamt mit 19 Punkten durch den Streitkultur-Cup den größten Zuwachs verbuchen. Damit ziehen die Heidelberger*innen an insgesamt 6 Clubs vorbei, während der Rest des Felds großteils stagnant bleibt. Allein Mainz kann mit 8 Punkten etwas Bewegung ins Feld bringen, während Hamburg, Dresden, Würzburg und Göttingen keinerlei Punkte gewinnen konnten. Frankfurt und Berlin bleiben nicht auf der Stelle stehen, jedoch sind 2 und respektive 3 Punkte kein sonderlich rasantes Wachstum. Stuttgart gewinnt mit 9 Punkten sogar mehr als Mainz, allerdings sind dies die ersten Punkte der Saison für sie, wodurch sie sich noch recht am Ende der Tabelle auf dem geteilten zehnten Platz bei Göttingen einreihen. Das Feld trennt sich nun etwas deutlicher als zuvor, aber noch ist nichts entschieden...

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